Women’s Day is not just a holiday

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In a glance: A personal text about women’s rights, violence against women, healing and the power of safe spaces – between Berlin, Burkina Faso and Diallo tissue tales.

For me, International Women’s Day is not an occasion for media-effective symbolism. It reminds me of how much women still have to bear: violence, inequality, discrimination. And it makes me reflect on why I want to use Diallo tissue tales to create spaces where dignity, self-determination and healing can grow.

In Berlin, International Women’s Day is a public holiday. A day for flowers, feminist events and well-meaning messages about equality. For me, it is something else. It is personal. It is political. And it is painful.

A year ago, I opened the Diallo tissue tales showroom and studio on Florastraße. With a lot of fear in my heart, because I was venturing into something new in uncertain times. At the same time, there was confidence: in my work, in my vision and in the possibility of making hand-woven fabrics from Burkina Faso visible in Germany. This step alone was more than just a business milestone for me. It was also an act of courage.

Women’s Day is an ambivalent day

This year on 8 March, I laughed, went dancing, enjoyed Berlin’s diversity and experienced culture. But this laughter was not unbroken. Because beneath the surface remains the knowledge that women still do not have equal rights. That they experience violence, often even in their own homes. That they do not have the same rights, opportunities and salaries. That even medical research and care are still far too often male-dominated. That we live in a world where power, war and violence continue to be supported by patriarchal structures.

Violence has a lifelong impact

I am writing about this because I know what I am talking about. I myself have experienced violence and abuse. Such experiences do not simply end when they are over. They continue to have an effect. On the body. On the nervous system. On trust in other people. On one’s relationship with oneself. They change how I enter rooms, how safe everyday life feels and how much strength it takes to even keep going. That is why I do not want to talk about it evasively. Not because I want to provoke. But because sugarcoating doesn’t help anyone. Violence is not abstract. It is concrete. Its consequences are concrete. And the social conditions that make it possible or trivialise it are also concrete. When experiences cut so deeply, words about them must be clear.

Perhaps that is one of the reasons why my work with women in Burkina Faso touches me so deeply. Diallo tissue tales works there with traumatised women, with women who have been rejected by their families or have fled war. The craft they learn at Vie Meilleure is not just gainful employment. It is a piece of self-determination. It is a way to get back on their feet. And it is a safe place to work and live, where healing can take place.

Safe spaces allow healing

Safe spaces are essential. I have also created such a place for myself with my showroom. A space where I not only work with fabrics, design and culture-connecting fashion, but also heal. A space where I can shape my experiences into something of my own. Something that does not destroy, but connects. Something that makes dignity visible.

True women’s rights

Illustrative, farbintensive Grafik zum Internationalen Frauentag: Vier Frauenprofile in Seitenansicht vor einem leuchtenden Hintergrund in Pink, Orange und Violett, umgeben von stilisierten floralen Elementen. Die Darstellung wirkt kraftvoll, modern und vielfältig.

Women’s rights are not just laws on paper. They are reflected in whether women are safe. Whether they can become economically independent. Whether their work is fairly paid. Whether they have access to health, protection and visibility. Whether they can find places where they don’t have to function, but can breathe. Places where healing is not considered a luxury, but a prerequisite for the future.

Diallo tissue tales: More than a fashion label

It’s about fabrics, design, colours and aesthetics. But it’s just as much about cooperation on an equal footing, fair value creation and the question of how women can be empowered across continents. Working with artisans from Burkina Faso, we create high-quality fabrics and products, but also relationships, trust and perspectives. For me, Women’s Day is not about nodding sympathetically once a year. Women’s Day means taking a closer look. Not downplaying violence. Not relativising inequality. And taking safe spaces seriously – in Berlin, in Burkina Faso and everywhere else where women are fighting for safety, dignity and self-determination.

I would like to see more honesty in this debate. More clarity. More willingness to talk about what women experience. And more support for places, projects and structures that make real change possible. Because there is still a lot to be done: in terms of women’s rights, protection from violence, fair pay, participation, visibility and healing – personally and socially.

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Frauentag ist nicht nur ein Feiertag

Gruppenfoto vor einem festlich geschmückten Ladeneingang mit Ballongirlande: Zehn Erwachsene und zwei Kinder posieren vor einem Aufsteller zur Eröffnung von „Diallo tissue tales – Shop, Events & Atelier“. Die Gruppe lächelt in die Kamera, einige tragen farbenfrohe Kleidung; die Szene wirkt einladend, feierlich und gemeinschaftlich.

Eröffnung des Showrooms am Frauentag 2025

Auf einen Blick: Ein persönlicher Text über Frauenrechte, Gewalt gegen Frauen, Heilung und die Kraft geschützter Räume – zwischen Berlin, Burkina Faso und Diallo tissue tales.

Der Internationale Frauentag ist für mich kein Anlass für medienwirksame Symbolik. Er erinnert mich daran, wie viel Frauen noch immer tragen müssen: Gewalt, Ungleichheit, Benachteiligung. Und er lässt Reflektionen zur Frage, warum ich mit Diallo tissue tales Räume schaffen will, in denen Würde, Selbstbestimmung und Heilung wachsen können.

In Berlin ist der Internationale Frauentag ein Feiertag. Ein Tag für Blumen, feministische Veranstaltungen und gut gemeinte Botschaften über Gleichberechtigung. Für mich ist er etwas anderes. Er ist persönlich. Er ist politisch. Und er ist schmerzhaft.

Vor einem Jahr habe ich den Showroom und das Atelier von Diallo tissue tales in der Florastraße eröffnet. Mit viel Angst im Herzen, weil ich in unsicheren Zeiten etwas Neues gewagt habe. Gleichzeitig war da Vertrauen: in meine Arbeit, in meine Vision und in die Möglichkeit, handgewebte Stoffe aus Burkina Faso in Deutschland sichtbar zu machen. Schon dieser Schritt war für mich mehr als ein unternehmerischer Meilenstein. Er war auch ein Akt von Mut.

Der Frauentag ist ein ambivalenter Tag

In diesem Jahr habe ich am 8. März gelacht, war tanzen, habe die Vielfalt Berlins genossen und Kultur erlebt. Aber dieses Lachen war nicht ungebrochen. Denn unter der Oberfläche bleibt das Wissen, dass Frauen noch immer nicht gleichberechtigt sind. Dass sie Gewalt erleben, oft sogar im eigenen Zuhause. Dass sie nicht die gleichen Rechte, Chancen und Gehälter haben. Dass selbst medizinische Forschung und Versorgung noch immer viel zu oft männlich geprägt sind. Dass wir in einer Welt leben, in der Macht, Krieg und Gewalt weiterhin von patriarchalen Strukturen getragen werden.

Gewalt wirkt lebenslang

Ich schreibe darüber, weil ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe selbst Gewalt und Missbrauch erlebt. Solche Erfahrungen enden nicht einfach mit dem Moment, in dem sie vorbei sind. Sie wirken weiter. Im Körper. Im Nervensystem. Im Vertrauen in andere Menschen. Im Verhältnis zu sich selbst. Sie verändern, wie ich Räume betrete, wie sicher sich Alltag anfühlt und wie viel Kraft es kostet, überhaupt weiterzugehen. Deshalb möchte ich nicht ausweichend darüber sprechen. Nicht, weil ich provozieren will. Sondern weil Beschönigung niemandem hilft. Gewalt ist nicht abstrakt. Sie ist konkret. Ihre Folgen sind konkret. Und auch die gesellschaftlichen Verhältnisse, die sie möglich machen oder bagatellisieren, sind konkret. Wenn Erfahrungen so tief einschneiden, dürfen Worte darüber deutlich sein.

Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum mich meine Arbeit mit Frauen in Burkina Faso so tief berührt. Diallo tissue tales arbeitet dort mit traumatisierten Frauen, mit Frauen, die aus ihren Familien verstoßen wurden oder vor Krieg geflüchtet sind. Das Handwerk, das sie bei Vie Meilleure erlernen, ist nicht einfach nur Erwerbsarbeit. Es ist ein Stück Selbstbestimmung. Es ist eine Möglichkeit, wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Und es ist ein sicherer Ort zum Arbeiten und Leben, an dem Heilung passieren kann.

Safe Spaces erlauben Heilung

Geschützte Räume sind existenziell. Auch ich habe mir mit meinem Showroom einen solchen Ort geschaffen. Einen Raum, in dem ich mit Stoffen, Gestaltung und kulturverbindender Mode nicht nur arbeite, sondern auch heile. Einen Raum, in dem ich aus dem Erlebten etwas Eigenes forme. Etwas, das nicht zerstört, sondern verbindet. Etwas, das Würde sichtbar macht.

Wahre Frauenrechte

Illustrative, farbintensive Grafik zum Internationalen Frauentag: Vier Frauenprofile in Seitenansicht vor einem leuchtenden Hintergrund in Pink, Orange und Violett, umgeben von stilisierten floralen Elementen. Die Darstellung wirkt kraftvoll, modern und vielfältig.

Für Frauenrechte – jeden Tag

Frauenrechte sind nicht nur Gesetze auf dem Papier. Sie zeigen sich darin, ob Frauen sicher sind. Ob sie wirtschaftlich unabhängig werden können. Ob ihre Arbeit fair bezahlt wird. Ob sie Zugang zu Gesundheit, Schutz und Sichtbarkeit haben. Ob sie Orte finden, an denen sie nicht funktionieren müssen, sondern atmen können. Orte, an denen Heilung nicht als Luxus gilt, sondern als Voraussetzung für Zukunft.

Diallo tissue tales: Mehr als ein Modelabel

Es geht um Stoffe, um Gestaltung, um Farben und um Ästhetik. Aber es geht genauso um Zusammenarbeit auf Augenhöhe, um faire Wertschöpfung und um die Frage, wie Frauen über Kontinente hinweg gestärkt werden können. In der Arbeit mit Kunsthandwerker:innen aus Burkina Faso entstehen hochwertige Stoffe und Produkte, aber eben auch Beziehungen, Vertrauen und Perspektiven. Frauentag heißt für mich deshalb nicht, einmal im Jahr betroffen zu nicken. Frauentag heißt, hinzusehen. Gewalt nicht kleinzureden. Ungleichheit nicht zu relativieren. Und geschützte Räume ernst zu nehmen – in Berlin, in Burkina Faso und überall dort, wo Frauen um Sicherheit, Würde und Selbstbestimmung kämpfen.

Ich wünsche mir mehr Ehrlichkeit in dieser Debatte. Mehr Klarheit. Mehr Bereitschaft, über das zu sprechen, was Frauen erleben. Und mehr Unterstützung für Orte, Projekte und Strukturen, die echte Veränderung möglich machen. Denn es gibt noch sehr viel zu tun: bei Frauenrechten, beim Schutz vor Gewalt, bei fairer Bezahlung, bei Teilhabe, bei Sichtbarkeit und bei Heilung – persönlich und gesellschaftlich.

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La Journée de la femme: plus qu’un un jour férié

Gruppenfoto vor einem festlich geschmückten Ladeneingang mit Ballongirlande: Zehn Erwachsene und zwei Kinder posieren vor einem Aufsteller zur Eröffnung von „Diallo tissue tales – Shop, Events & Atelier“. Die Gruppe lächelt in die Kamera, einige tragen farbenfrohe Kleidung; die Szene wirkt einladend, feierlich und gemeinschaftlich.

Eröffnung des Showrooms am Frauentag 2025

Bref: Un texte personnel sur les droits des femmes, la violence à leur égard, la guérison et le pouvoir des espaces protégés – entre Berlin, le Burkina Faso et Diallo tissue tales.

Pour moi, la Journée internationale des femmes n’est pas une occasion de symbolisme médiatique. Elle me rappelle tout ce que les femmes doivent encore endurer : violence, inégalités, discrimination. Et elle m’amène à réfléchir à la raison pour laquelle je souhaite, avec Diallo tissue tales, créer des espaces où la dignité, l’autodétermination et la guérison peuvent s’épanouir.

À Berlin, la Journée internationale des femmes est un jour férié. Une journée pour les fleurs, les événements féministes et les messages bien intentionnés sur l’égalité. Pour moi, c’est autre chose. C’est personnel. C’est politique. Et c’est douloureux.

Il y a un an, j’ai ouvert le showroom et l’atelier de Diallo tissue tales dans la Florastraße. Avec beaucoup d’angoisse dans le cœur, car j’ai osé me lancer dans quelque chose de nouveau en ces temps incertains. Mais en même temps, j’avais confiance : en mon travail, en ma vision et en la possibilité de faire connaître en Allemagne les tissus tissés à la main du Burkina Faso. Cette étape était pour moi plus qu’un simple jalon entrepreneurial. C’était aussi un acte de courage.

La Journée de la femme est une journée ambivalente

Le 8 mars de cette année, j’ai ri, j’ai dansé, j’ai apprécié la diversité de Berlin et j’ai découvert sa culture. Mais ce rire n’était pas sans nuages. Car sous la surface, il reste la conscience que les femmes ne sont toujours pas égales aux hommes. Qu’elles subissent des violences, souvent même chez elles. Qu’elles n’ont pas les mêmes droits, les mêmes chances et les mêmes salaires. Que même la recherche et les soins médicaux sont encore trop souvent dominés par les hommes. Que nous vivons dans un monde où le pouvoir, la guerre et la violence continuent d’être soutenus par des structures patriarcales.

La violence a des répercussions à vie

J’écris à ce sujet parce que je sais de quoi je parle. J’ai moi-même été victime de violence et d’abus. De telles expériences ne s’arrêtent pas simplement au moment où elles prennent fin. Elles continuent d’avoir des répercussions. Sur le corps. Sur le système nerveux. Sur la confiance en autrui. Sur la relation à soi-même. Elles changent ma façon d’entrer dans une pièce, mon sentiment de sécurité au quotidien et l’énergie qu’il me faut pour continuer à avancer. C’est pourquoi je ne veux pas en parler de manière évasive. Non pas parce que je veux provoquer, mais parce que l’embellissement n’aide personne. La violence n’est pas abstraite. Elle est concrète. Ses conséquences sont concrètes. Et les conditions sociales qui la rendent possible ou la banalisent sont également concrètes. Lorsque les expériences sont si marquantes, les mots pour les décrire doivent être clairs.

C’est peut-être aussi l’une des raisons pour lesquelles mon travail avec les femmes au Burkina Faso me touche autant. Diallo tissue tales y travaille avec des femmes traumatisées, des femmes qui ont été rejetées par leur famille ou qui ont fui la guerre. L’artisanat qu’elles apprennent chez Vie Meilleure n’est pas seulement un travail rémunéré. C’est un moyen d’autonomie. C’est une possibilité de reprendre pied. Et c’est un lieu sûr pour travailler et vivre, où la guérison peut avoir lieu.

Les espaces sûrs permettent la guérison

Les espaces protégés sont essentiels. J’ai moi-même créé un tel lieu avec mon showroom. Un espace où je ne me contente pas de travailler avec des tissus, du design et une mode qui relie les cultures, mais où je guéris également. Un espace où je transforme mes expériences en quelque chose qui m’est propre. Quelque chose qui ne détruit pas, mais qui relie. Quelque chose qui rend la dignité visible.

Les véritables droits des femmes

Illustrative, farbintensive Grafik zum Internationalen Frauentag: Vier Frauenprofile in Seitenansicht vor einem leuchtenden Hintergrund in Pink, Orange und Violett, umgeben von stilisierten floralen Elementen. Die Darstellung wirkt kraftvoll, modern und vielfältig.

Für Frauenrechte – jeden Tag

Les droits des femmes ne sont pas seulement des lois sur le papier. Ils se manifestent dans la sécurité des femmes. Dans leur capacité à devenir économiquement indépendantes. Dans la rémunération équitable de leur travail. Dans leur accès à la santé, à la protection et à la visibilité. Dans leur capacité à trouver des lieux où elles n’ont pas besoin de fonctionner, mais où elles peuvent respirer. Des lieux où la guérison n’est pas considérée comme un luxe, mais comme une condition préalable à l’avenir.

Diallo tissue tales : plus qu’une marque de mode

Il s’agit de tissus, de design, de couleurs et d’esthétique. Mais il s’agit aussi de coopération d’égal à égal, de création de valeur équitable et de la question de savoir comment les femmes peuvent être autonomisées à travers les continents. Le travail avec des artisanes du Burkina Faso permet de créer des tissus et des produits de haute qualité, mais aussi des relations, de la confiance et des perspectives. Pour moi, la Journée de la femme ne signifie donc pas hocher la tête avec émotion une fois par an. La Journée de la femme, c’est regarder les choses en face. Ne pas minimiser la violence. Ne pas relativiser les inégalités. Et prendre au sérieux les espaces protégés – à Berlin, au Burkina Faso et partout où les femmes luttent pour leur sécurité, leur dignité et leur autodétermination.

Je souhaite davantage d’honnêteté dans ce débat. Plus de clarté. Plus de volonté de parler de ce que vivent les femmes. Et plus de soutien pour les lieux, les projets et les structures qui rendent possible un véritable changement. Car il reste encore beaucoup à faire : en matière de droits des femmes, de protection contre la violence, d’égalité salariale, de participation, de visibilité et de guérison – tant sur le plan personnel que social.