Faso dan Fani – Stoff für kulturelle Identität

 

So wird Faso dan Fani gewebt

So wird Faso dan Fani gewebt

Burkina Faso zählt nach westlich definierten Maßstäben zu den ärmsten Ländern der Erde. Kulturell wie auch menschlich ist das Binnenland in Westafrika unglaublich reich. Ein Symbol dieser Fülle ist der „Faso dan Fani“, ein aus lokal angebauter Baumwolle hergestelltes, relativ festes Gewebe. Der Name ist Dioula und bedeutet „gewebter Lendenschurz aus Burkina Faso“. Nach der Oktoberrevolution 1983 hat der Stoff westliche Kleidung in Burkina immer häufiger ersetzt. Für den charismatischen 5. Präsidenten des damaligen Obervolta, Thomas Sankara, war der Faso dan Fani schon 1986 ein Symbol der Befreiung:

Thomas Sankara

Thomas Sankara

„Den Faso dan Fani zu tragen, ist ein wirtschaftlicher, kultureller und politischer Akt der Missachtung des Imperialismus. In jedem Dorf in Burkina Faso wissen wir, wie man Baumwolle anbaut. In allen Dörfern wissen die Frauen, wie man Baumwolle spinnt, die Männer wissen, wie man diesen Faden zu Lendentüchern webt, und andere Männer wissen, wie man diese Lendentücher zu Kleidern näht. Wir dürfen nicht Sklave dessen sein, was andere produzieren“.

Heute ist der natürliche, meist in Kooperativen hergestellte Stoff, bei den Menschen in Burkina Faso, den Burkinabé, sehr beliebt. Er prägt das Straßenbild in der Hauptstadt Ouagadougou, wird auf Hochzeitsfeiern, bei offiziellen politischen Anlässen von Staatoberhäuptern oder auch als Schuluniform getragen. Seit Mai 2019 genießt der Faso Dan Fani Markenschutz, um Fälschungen und unlauteren Wettbewerb entgegenzuwirken. So werden nicht zuletzt auch die rund 30.000 Arbeitsplätze im Baumwollsektor geschützt.